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Erfahrungsbericht einer Patin

Eine unserer Patinnen hat das Kinderhaus in Mikindani im letzten Jahr besucht und schildert nun ihre gesammelten Eindrücke.


 


Erfahrungsbericht Mikindani Mai 2010


Von Monica Aumann, Heidelberg


 


Während des Isländischen Vulkanausbruchs im Frühjahr 2010 stolperte ich über spottbillige Flugtickets nach Mombasa. Mit meinem Freund flog ich Anfang Mai nach Mombasa, sowohl um meine Familie in Mombasa zu besuchen, als auch um die Gelegenheit zu ergreifen das Children’s House in Mikindani mit eigenen Augen zu sehen.


An einem Freitag Nachmittag fanden wir einen freundlichen Taxifahrer, der uns mit einem Koffer voller Briefe, Bücher und Fußbälle für die Kinder nach Mikindani fuhr und erstaunt war, über den Wunsch von uns Touristen, nach Mikindani gefahren zu werden.


Mikindani ist ein armer Vorort im Norden von Mombasa City und wächst entlang der Autobahn nach Nairobi. Das Children’s House ist ein wenig versteckt gelegen von den Hauptstraßen in Mikindani. Unangekündigt fuhren wir mit dem Taxi in den großen Hof, unglaubwürdig vom Torwächter und den spielenden Kindern beäugt. Nach dem Aussteigen stellte sich ein Lehrer, also einer der Heimpädagogen bei uns vor und wir wurden herzlich begrüßt. Er entschuldigte sich, dass der Heimleiter nicht vor Ort sein könne. Das hat uns und die Kindern aber nicht gestört!


Wir bekamen eine Tour des Children’s House, dicht von den neugierigen Kindern gefolgt. In einem der spärlich ausgestatteten Büro, Zimmer packten wir unseren Koffer aus und verteilten zuerst die Briefe, dann die Bücher und dann die Fußbälle, die einen kleinen Kampf auslösten. Der erfahrene Lehrer hielt zuerst die mitgebrachten Gegenstände buchhalterisch fest und verteilte diese anschließend von seinem Tisch aus.


Das Children’s House ist im Vergleich zu anderen Wohnhäusern in Mombasa gut ausgestattet. Ich war richtig froh, dass die Jungs einen Bolzplatz zum Spielen, einen Garten, beleuchtete Zimmer, Stockbetten und überdachte Toiletten hatten! Das Children’s House ist bunt bemalt, zweistöckig und von einer schützenden Mauer umgeben.


Der Lehrer war auch engagiert, uns über den nachbarlichen Einfluss des Children’s Home zu erzählen: über die wöchentlichen Treffen der umwohnenden Frauen mit AIDS, die sich über finanzielle und emotionale Themen berieten, über die Essensausgaben für die Armen in der Nachbarschaft am Wochenende und über das Exit Center, in dem die älteren Jungs leben und auf das er und das pädagogische Personal wahrlich stolz sind.


Alle Jungs waren gut drauf, neugierig, fast schon frech und machten einen intelligenten und reifen Eindruck. Ich habe das Gefühl, dass sie alle eine unglaubliche Geschichte zu erzählen haben und trotz vieler Schwierigkeiten ihr Leben meistern werden. Sie sind auf jeden Fall im schützenden Children’s Home gut aufgehoben. Der Lehrer, den wir trafen, war Lehrer aus Leidenschaft und gibt den Jungs mehr als Anweisungen und Ratschläge.


Ich wünschte ich hätte mehr Zeit und überhaupt Batterien für die Kamera mitgenommen! Jedem Paten und jedem Leser kann ich nur ermutigen, Briefe zu schreiben, Interesse zu zeigen und sich von der Zuversicht und dem Willen glücklich zu sein, inspirieren zu lassen! Es lohnt sich dieses sympathische, kleine, fast unauffindbare Heim mitten in Mikindani zu unterstützen, denn die Zukunft von jungen Männern und eine enge und doch anfällige Gemeinschaft um das Children’s Home selbst profitieren davon.